F1 2018 im SimCheck

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Seit mittlerweile neun Jahren beschert uns Codemasters ein offizielles Spiel zur Formel1 – mal innovativ, mal nicht. Wie es neben der neu entwickelten Optik um das Rennfeeling selbst bestellt ist, verrät unser Testbericht der PS4-Version.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich vor achten Jahren erstmals seit F1 2006 wieder ein neues Formel1-Spiel in den Händen halten durfte. Ungeahnt gute Grafik inklusive einem voll umfangreichen Rennwochenende mit allen Trainings inklusive der Interview-Funktion raubten damals einige Stunden meiner Kindheit. 2012 flog die Funktion, welche sich bis zur Ankündigung von F1 2018 stets gewünscht wurde, aus ungeklärten Gründen aus dem Spiel. Bis F1 2014 kehrte Stille um den Hype der Serie ein, da vieles seit Jahren schlicht wiederverwertet wurde. Im Jahr darauf folgte allerdings die Überraschung. Die neue Engine sollte in F1 2018 ein rundum erneuertes F1-Erlebnis bieten, welches durch die fehlende Karriere aber immens kritisiert wurde. Jetzt steht der neueste Teil der “neuen Formel 1” in den Regalen und wir haben es für euch getestet. Uns erwartet ein schnelleres Entwicklungstool und eine komplett neue Interview-Funktion, welche nicht adaptiert wurde.

Alles neu oder doch nicht?

Nicht nur die virtuelle Version geht neue Wege, sondern auch das reale Pendant. Neues Logo, neue Bügel über dem Monocoque namens Halo und die wohl schnellsten Formelfahrzeuge aller Zeiten, erwarteten die Fans der Rennserie. Bis heute machen dem ein oder anderen die neuen HALO-Systeme zu schaffen. Auch in F1 2018 sollte es an Veränderungen nicht fehlen.

Auch im offiziellen Spiel zur Formel 1 darf das neue Halo-System nicht fehlen. Übersetzt heißt Halo übrigens soviel wie Heiligenschein, weil dieser in etwa so über dem Fahrer thront. Natürlich sorgte dieser neue Sicherheitsbügel für reichlich Furore, da dieser das Bild des Formelsports stark veränderte. Nach dem tödlichen Unfall von Jules Bianchi, welcher in Suzuka im Jahre 2014 gegen einen Bergungskran krachte, soll der Bügel den Fahrer vor fliegenden Teilen schützen.

Das Halo-System im aktuellen Formel1-Ableger aus der Cockpit-Perspektive ist tatsächlich nicht so sehr störend, wie anfangs erwartet. Dennoch muss man sich daran gewöhnen, da manchmal vorausfahrende Boliden darin verschwinden. Besonders im Alfa Romeo Sauber, in welchem die Mittelsäule des Halos sehr breit ist, wird das Abschätzen zum Vordermann doch etwas schwieriger. Für alle die sich daran aber nicht gewöhnen können oder wollen, gibt es die Möglichkeit, die Mittelsäule des Systems auszublenden.

Wie war Ihr Rennen heute?

Die von den Fans so sehr ersehnten Interviews finden wieder einen Weg in den aktuellen Renner aus dem Hause Codemasters. Damals musste man sich noch in der Pressekonferenz oder vor dem Team-Truck über das Rennen äußern, während das heute entweder nur noch vor dem Truck geht oder eben in der Box direkt. Die ersehnten Interviews aus den Pressekonferenzen, in welchen man ordentlich ablästern konnte, fehlen leider komplett. Dennoch ist es wichtig, die Fragen zu beantworten, welche man gestellt bekommt. Man kann sich in die Richtung eines fairen und gerechten Rennfahrers entwickeln, welcher den Anschein erweckt, kein Selbstbewusstsein mehr zu haben, oder man macht sich zum Gott der Rennstrecke und lässt alle anderen klein aussehen. Die Waage dabei zu halten, ist wohl am sichersten für alle. Denn auch die Teams achten darauf, wie du dich verhältst. Allerdings kommt genau das viel zu kurz. Nach den ersten Siegen ist sowieso jedes Team auf dich heiß. Die Fragen, welche die Entwicklungsabteilungen betreffen, sollten aber stets ehrlich beantwortet werden. Mit den, von dem Fahrer gelobten, Entwicklungsrichtungen steigt auch die Arbeitsmoral der Mechaniker. Läuft das Chassis gut und man erwähnt es in einem Interview, steigt die Arbeitsmoral. Läuft etwas weniger gut, hängen sich die Arbeiter genau so rein. Lässt man sie allerdings über die Saison hin unerwähnt, wird die Arbeitsmoral immer schlechter. Entwicklungsfehler schleichen sich somit immer wieder ein.

Auch wenn man darauf geachtet hat, wie detailliert diverse Aussagen in das Geschehen eingreifen können, bringen die neuen Interviews auch einige Nachteile mit sich. “Making Headlines”, die Unterschrift von F1 2018 kommt nicht wirklich zum tragen. Auch wenn Heiko Wasser, welcher der echte Moderator der Formel 1 im RTL ist, das ein oder andere Wort über dich und deine Leistungen als Fahrer verliert, schreibt man keine “Headlines”. Ob man nun ein Fahrer ist, welchem das Herz auf Zunge liegt, oder man ein Fahrer ist, welcher sich alles gefallen lässt, macht im Endeffekt kein Unterschied. Wenn man mal ein A-Loch ist, kommt das Gefühl dafür einfach nicht rüber. An der Stelle fehlt es ein wenig an Würze. Ein Magazin, welches über dich schreibt oder Heiko Wasser, welcher über dein aggressives Interview schmunzelt, wäre künftig eine gute Option, die Karriere noch abzurunden.

Auch liegt das Problem darin, dass sich Fragen viel zu oft wiederholen. Die Neuerung ermüden das Spielerlebnis etwas. Nach einer Zeit führt man die Interviews eigentlich nur noch, damit Entwicklung des Fahrzeug tadellos abläuft. Rivalitäten kommen leider gar nicht zum tragen. Trotz dessen ist der Grundstein für umfangreicheres Interview-Feeling gelegt.

Vom Hinterbänkler zum Konstrukteur-Weltmeister

Nicht nur viele Neuerungen fanden ihren Weg in F1 2018. Auch bereits vorhandene Mechaniken aus dem Vorgänger wurden weiterentwickelt und verbessert. So auch das beliebte und durchaus umfangreiche Entwicklungstool für das Team der Wahl.

Während man im Vorgänger noch sehr viel in den Trainings fahren musste, um die Entwicklungspunkte zu erhalten, musste man zusätzlich am besten über Jahre beim selben Team sein, damit das eigene Team auch nur ansatzweise konkurrenzfähig wird. Im 2018er-Ableger wurde das System aber grundlegend überarbeitet. Man erhält nun mehr Punkte für absolvierte Trainingsprogramme und die Weiterentwicklung des Mannschaftsauto ist wesentlich billiger als noch in F1 2017.

Schon im Vorfeld kündigte Codemasters an, dass es möglich sein wird, dass während der Karriere die Mittelfeldteams plötzlich vorne mitmischen könnten. Andersrum sollte das aber auch funktionieren – Ferrari oder Mercedes gurken irgendwo in der Mitte des Feldes herum. Somit habe ich, im Laufe meines Spieletests, bei Renault als Fahrer unterschrieben. Meine Intention war es, das Renault-Team zu alter Stärke zurückzubringen. Während ich Anfangs noch relativ oft im Mittelfeld landete, konnte ich das Auto immer weiterentwickeln. Rennen für Rennen wurde das Auto vergleichsweise immer stärker. Zum Ende hin konnte ich noch überraschenderweise Weltmeister werden und habe zu Sauber gewechselt, weil dieses Team nun zu Siegen führen wollte. Nachdem Wechsel in die neue Saison fährt Renault jetzt auch weiterhin vorne mit. Während das echte Team sich als “the best of the rest” nennt, fahren sie bei mir in der Karriere um die Konstrukteur-Weltmeisterschaft. So ist es endlich möglich, dass man auch im persönlichen Lieblingsteam, ohne den Schwierigkeitsgrad runter zustellen, gewinnen kann. Für alle die mit Controller in das Renngeschehen eingreifen wollen, empfehle ich übrigens einen Schwierigkeitsgrad von 87 – 90. Mit Lenkrad kann man da ruhig auf Stufe 120 gehen.

ERS wird zum Problem für Controller-Spieler

Obwohl es das ERS (dt. Energy Recovery System) schon seit längerem in Formel 1 gibt, wurde in F1 2018 erstmals Wert darauf gelegt, dass der Fahrer im heimischen Wohnzimmer auch damit umgehen muss. Was für Lenkrad-Spieler noch relativ gut funktioniert, kann zur Katastrophe am Controller werden.

Der Spieler ist nun darauf angewiesen, dass er nicht mehr nur zwischen einer der drei, im Rennen verwendbaren, Mischung des Sprits hin und her schalten muss, sondern muss jetzt zusätzlich auch noch den Elektromotor steuern, welcher zwischen 6 Stufen auch weitere 80 PS liefern kann. Für Controller-Spieler fast unmöglich. Wahnwitzig wird es erst dann auf Stadtkursen wie Monaco oder auch Baku. Aber in den Optionen gibt es einen Unterpunkt, welcher euch erlaubt, dass das Einstellen des ER-System automatisch funktioniert. Das Benzingemisch müsst ihr aber weiterhin selbst einstellen.

Die F1-Boliden und deren Sound

So kennt man sie – krachende 12-Zylinder welche den hohen Klang in die Ohren von Hunderttausenden trieben. Die Ära ist zwar schon lange vorbei, aber der Sound ist natürlich geil geblieben. Zumindestens in der Realität. Die F1-Spiele litten unter einem relativ dürftigen Motorensound, seitdem im Jahre 2014 auf V6 und 1.6l Turbos umgestellt wurde. Auch noch in F1 2017 ließ der Sound zu wünschen übrig. Aber der Klangfetischist darf nun endlich aufatmen und genießen. Den in F1 2018 bekommen wir guten Sound. Der klingt verdammt realistisch!

Neben den aktuellen Boliden mit Mercedes-Benz AMG und Ferrari, finden sich auch legendäre Renner wieder. Der Brawn GP (nur per DLC) aus dem Jahre 2009, welcher fast unschlagbar Jenson Button zum Weltmeistertitel führte, bis hin zum Lotus 72, gefahren in 1972 von dem brasilianischen Fahrer Emerson Fittipaldi. Einzug erhielten die Classic-Cars, oder heute auch BOSS-GP genannt,  erstmals in F1 2013. Aber auch im Vorgänger des aktuellen Titels F1 2017 konnte der Spieler sich hinter das Steuer der vierrädrigen Ikonen setzen.

Während in F1 2013 Classic-Fahrzeuge nur in einem externen Modus bewegt werden konnten, wurden sie im 2017er Teil auch in der Karriere untergebracht. Auf Zeit störte es aber, dass man diese Herausforderungen nicht nur absolvieren musste, sondern diese auch noch erfolgreich abgeschlossen werden mussten. In F1 2018 finden die Classic-Competitions wieder einen Weg in die Karriere. Dieses mal müssen sie aber weder erfolgreich noch überhaupt abgeschlossen werden. Der Spieler darf nun entscheiden, ob er gerade Lust auf ein solches Event besitzt.

Was passiert denn da am Himmel?

Schon in dem Ankündigungsvideo zu F1 2018 hieß es, dass man ein neues Wettersystem und ebenso ein komplett neues Wolkensystem erarbeitet hat. Vorab kann man sagen, dass dieser wirklich etwas her macht – allerdings auf Kosten der Performance.

Der Himmel gestaltet sich realistischer als jemals zuvor. Ohne gescriptete Geschehnisse bilden sich Kondensstreifen, die Wolken werden dichter, mal lockern sie sich oder sie beherbergen böses. Sollten Wolken eine überraschung für euch vorbereitet haben, solltet ihr schnellstmöglich bewusst werden, dass die Sicht schon bald schlecht wird – richtig schlecht. Denn Regenfälle können in F1 2018 so brutal und düster werden, dass schon mal aus dem nichts das Safety Car auf die Strecke kommt, da ein Rennen weiterhin zu gefährlich sein könnte. Und die Sicht hat noch nie so sehr unter Regen gelitten. Wenn man zusätzlich noch in der Gischt eines Vorausfahrenden umherirrt, wird es besonders herausfordernd. Aber man kann sagen, dass genau das unglaublich viel Spaß macht!

Umso schöner ist es, wenn die Wolken während solch einem Rennen aufbrechen und die Sonne durch die ersten Löcher scheint. Dabei sei es zu erwähnen, dass die Wolken niemals gleich sich lockern. Eben voll und ganz zufällig, was Codemasters vorher auch versprach. Aber es gibt einen Nachteil bei dem “neuen” Sonnenschein. Zu mindesten auf den Konsolenfassung kommt es häufig zu Rucklern in Cutscenes oder in der Wiederholung. Während der Fahrt sind allerdings keine Ruckler vorhanden. Die Wochenenden können also mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde gefahren werden.

Aber nicht nur Wetter und Wolken haben sich verändert. Erstmals gibt es Hubschrauber über den Strecken, die in etwa grob das Streckenlayout abfliegen. Auch wenn es nichts ist, was in das Spielgeschehen mit einfließt, sind die Hubschrauber, welche dich kurz verfolgen und dann woanders hinfliegen, schon beeindruckend. Gerade weil sie bei großen Motorsportveranstaltungen wie eben der Formel 1 oder auch bei der WRC in der Realität rumschwirren.

Im Gesamten macht F1 2018 einen wirklich schönen Eindruck. Gerade auch die Nachtrennen mit den überarbeitet Feuerwerken sehen einfach zauberhaft aus.

Bugs und Probleme

Natürlich sind Fehler des Geschehens auch in F1 2018 an der Tagesordnung. Manchmal witzig, manchmal nicht wirklich störend aber oftmals auch extrem nervig.

Das “Virtuelle Safety Car” kommt prinzipiell niemals auf die Strecke, ohne vorher die Rewind-Funktion verwendet zu haben. Und das kann schon mal wirklich nervig werden, da man, während das “VSC” auf der Strecke ist, den Abstand zu dem Vorherfahrenden halten muss. Das gestaltet sich wahrlich schwer. Und es wird doch recht nervig, wenn das in Folge einer Rückblende aktiviert wird.

Eher selten – aber dennoch vorhanden –  ist es, wenn sich ein Auto in der Boxengasse verbuggt. Entweder steht es das ganze Rennen in seiner Box und blockiert seinen Teamkollegen, sobald dieser einen Stop machen will oder sie verheddern sich in der Boxenausfahrt, womit z. B. nach dem letzten Stop das Rennen gelaufen ist. Das ist wirklich störend, wenn man Rennen auf 50 Prozent der Originallänge fährt.

Manchmal kommt es aber zur sehr interessanten Bugs, welche doch etwas lustig sein können. So kommt es manchmal zu solchen Unfällen, in der die KI etwas unbeholfen vergisst, wo die Bremse ist. In den zwei Wochen, in denen ich das Spiel ausgiebig getestet habe, ist das zwei mal vorgekommen.

 

Alles beim alten – außer die KI

Während sich der Rest von F1 2018 nachdem gewöhnlich guten Gefühl der Rennspiele von Codemasters anfühlt, gibt es keine ansonsten kaum großartige Neuerungen. Lediglich die KI wurde gefährlicher denn je.

Da man wieder die Classic-Fahrzeuge steuern kann, ist jedem Spieler der Karriere selbst überlassen, ob man an den Einladungsevents teilnehmen will, während man im Vorgänger F1 2017 noch gezwungen war, die Herausforderungen auch noch erfolgreich abschließen zu müssen. Besonders die neuen Boliden aus den Siebzigern oder den neuen Brawn GP aus dem Jahre 2009 machen etwas her und bieten immensen Fahrspaß.

Die Steuerung geht für Lenkrad-Spieler wie gewohnt von der Hand. Für Controller-Benutzer wurde das Steuern der Boliden aber verbessert, während es im Vorgänger merklich zu Problemen kam. Gerade der Grand Prix von Monaco war mit Gamepad kaum spielbar. Auch wenn genau dieser Kurs immer noch eine schwere Herausforderung ist, lässt sich dieser in F1 2018 deutlich besser befahren als noch im Vorgänger.

Allerdings wurde in dem aktuellen F1-Ableger von Codemasters auch ordentlich an der KI geschraubt. Sie traut sich nun härtere Manöver zu und kann sich auch mal nach einem Überholvorgang ordentlich verbremsen. So kann es tatsächlich zu langen und herausfordernden Duellen kommen, was das Renngeschehen wirklich unglaublich aufwertet. So traut sich die KI auch wesentlich aggressivere Fahrten. So kann es tatsächlich passieren, dass, auch ohne Eigenverschulden, einem die KI in das Auto fährt. Sensationell und wirklich abwechslungsreiche Rennen, kommen dabei zu stande!

Fazit

Codemasters hat sich mit F1 2018 wieder einmal selbst übertroffen. Neben der echten Formel 1, mit dem neuen Halo-System inklusive der Großoffensive im Social Network, welche vorher seitens des alten Besitzers nicht stattfinden durfte, repräsentiert auch das virtuelle Erlebnis die Formel 1 sehr gut. Realistisches Wetterverhalten, eine wirkliche schöne Grafik und die neue Sound-Engine sind nur ein kleiner Teil, der zahlreichen Neuerungen und Verbesserungen. Das neue Entwicklungstool in der Karriere fällt dabei mit am besten auf. Dass man nun nicht mehr einen niedrigen Schwierigkeitsgrad einstellen muss, um mit einem schwachen Team irgendwann mal Weltmeister zu werden, ist unglaublich abwechslungsreich.

F1 2018 bietet für jeden Hardcore-Fan sowie Casual-Gamer eine abwechslungsreiche Erfahrung in Sachen Fahrerlebnis sowie der Abrundung mit den Interviews.

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