Der Hunting Simulator im SimCheck

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Bereits vor fast genau einem Jahr, bescherte uns Neopica und BigBen Interactive einen Jagdsimulator mit Unreal Engine 4. Wie sich die Jagdsimulation schlägt und worauf ihr achten müsst, dass erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Wir von simulator1 testen alles aus der Branche der Simulationen. Querbeet von Mars-Besiedlungssimulator bis hin zu diversen Rennsimulationen. Dafür sind wir bekannt. Allerdings haben wir noch nicht über alle Subgenres berichtet. Wusstet ihr, dass es Jagdsimulationen gibt? Nein? Jetzt schon und wir zeigen euch, wie sie sind und ob sie Spaß machen. Dennoch weisen wir darauf hin, dass der Hunting Simulator ab 16 Jahren freigegeben ist. Zudem wollen wir euch mit der Jagdsimulation ein Subgenre vorstellen, welches durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Dabei sollte man aber darüber hinwegsehen, was die Hauptaufgabe des Spiels ist.

Bereits im Juni letztes Jahr haben die belgischen Entwickler Neopica den Hunting Simulator auf den Markt gebracht – vermarktet von BigBen Interactive. Der Erscheinungsraum ist also schon eine Weile her. Trotzdem haben wir es für euch getestet.

 

Auf den ersten Blick wunderschön

Zunächst können wir ein Tutorial spielen, welches für Neuzugänge wirklich hilfreich ist. Vorab wählen wir einen Charakter aus. Es gibt einige weibliche und männliche Personen. Jeder hat eine eigene Hintergrundgeschichte. Dies ist aber eher oberflächlich und bringt dem Gameplay weder etwas Positives noch etwas Negatives. Haben wir das Tutorial durch, welches uns einige Sachen erklärt, haben wir das Menü auch schon vor uns.

Das Menü glänzt durch Schlichtheit. Es ist mitten in einem Wald, wobei sich ein süßes Reh an einem Fluß erfrischt. Keine nervige und völlig übertriebene Elektromusik, welche es viel zu viel in Videospielen gibt, stört uns. Allerdings läuft der komplett Ton, über das linke Ohr, was wiederum etwas stört. Das ist aber meckern auf hohem Niveau. Gucken wir nun auf das Menü, fällt uns direkt ins Auge, dass es eine Kampagne, zu welcher wir gleich noch kommen, einen freien Modus und einen Multiplayer gibt. Das Spiel wirkt also auf den ersten Blick doch sehr einladend.

Bevor wir zur Kampagne kommen, noch etwas kurzes, zu dem eben erwähnten, Tutorial. Solltet ihr nach diesem Testbericht euch das Spiel erwerben sollen, dann achtet wirklich auf alles im Tutorial. Man bekommt sehr wichtige Sachen erklärt, auf welche man während der Jagd dringend achten sollte. Wusstet ihr zum Beispiel, dass künstliche Intelligenz der Tiere auch auf den Geruch des Spielers achtet? Nein, keine Angst, ihr müsst jetzt nicht schnell duschen gehen. Tiere reagieren nur auf euren Ingamecharakter.

 

Keine Storyline, aber trotzdem okay

Nun, wenn wir von einem Karriere-Modus reden, sollte es wohl eine tiefe Storyline geben. Oder? Nein. Es gibt zwar ein bisschen Hintergrund im Kampagnen-Modus (so nennt man übrigens Karriere-Modis in Shootern), allerdings fehlt eine wirkliche Geschichte im Zusammenhang mit Charakter und Wild, welches man jagen muss. Vielleicht wäre es auch ein wenig makaber, wenn man sich in einer epischen Story alá GTA durch den Wald schießt.

Man bekommt lediglich Aufgaben wie zum Beispiel: “Jage einen Truthahn für das nächste Thanksgiving-Fest” und jagd darauf eben einen Truthahn. Sobald man sich also für eine der zahlreichen Aufgaben entschieden hat, bekommt man im Ladebildschirm noch einige wichtige Informationen über einen Truthahn. Übrigens bekommt man darauf erst den Hinweis, dass bestimmte Tiere auch nur mit diverser Munition geschossen werden können. Leider etwas doof, wenn man bemerkt, dass man geradewegs die falsche Waffen eingesteckt hat. Also alles noch einmal von neu.

Alles in allem, ist der Kampagnen-Modus völlig solide, da eine Jagdsimulationen auch keine Hintergrundgeschichte braucht.

 

Gutes Gameplay, aber lieblose Welten

Kommen wir zunächst zu den positiven Dingen. Der Hunting Simulator hat eine Standart-Shooter-Steuerung. Wer also Fan der Call of Duty Reihe ist, wird einen schnellen Einstieg in die Welt der Jagd schnell finden. Neben einer guten First-Person-Sicht, mit soliden Animationen beim Nachladen und zielen, gibt es zusätzlich noch zwei weitere Third-Person sichten, welche mehr Sichtfläche auf das Areal bietet. Eine davon ist etwas näher als die andere.

Wie eben bereits erwähnt wurde, kann man vor jeder Mission sein Equipment wählen. Bei den Waffen gibt es natürlich zahlreiche Jagdgewehre mit oder ohne Visier. Wie es in fast jedem Shooter möglich ist, kann man auch im Hunting Simulator das Fadenkreuz wechseln. Allerdings können wir auch entscheiden, ob wir ein Nachtsichtgerät oder ein schlichtes Fernglas mit auf die Jagd nehmen. Eine Zweitwaffe darf natürlich auch nicht fehlen. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, ob ihr mehrere Tiere schießen müsst. Denn wie ebenfalls erwähnt, muss darauf geachtet werden, mit welchem Kaliber die Tiere geschossen werden können. Anfangs ist aber immer noch eins wichtig. Als Zweitwaffe habe ich also immer mal die Schrotflinten mit auf die Jagd genommen. Waffen sowie andere Items wird man über erfüllte Aufgaben freistellen.

Haben wir also unser Equipment ausgewählt, so kann es also losgehen. Sobald der Ladebildschirm verschwindet und somit die Mission fertig geladen ist, fällt uns sofort erst einmal etwas auf. Die Welt wirkt lieblos gestaltet. Und das ändert sich auch auf anderen Maps nicht großartig. Das ist wirklich schade, da es einige Karten gibt, welche z. B. in der Voralpenlandschaft Frankreichs angesiedelt sind oder auch direkt in den Alpen. Zudem gibt es auch Regenwälder, Schneelandschaften und Wüsten, welche alle ein wenig, wie schon erwähnt, lieblos wirken. Die Tierwelt allerdings ist groß. Man wird auf die Jagd nach Kleintieren wie Hasen gehen oder sich auch an riesigen Bären versuchen.

 

Die Jagd nach den Trophäen

Und da kommen wir nun zum eigentlich Hauptfokus des Spiels – die Jagd. Sobald man auf einer Karte spawnt, kommt auch schon der erste Hinweis auf ein Tier, welches man jagen soll. Dabei untersucht man den Kot, welche Tiere absondern. Aus diesem Kot kann der geübte Jäger, so zeigt es uns das Spiel, wohl die Laufrichtung und das Alter des Kots bestimmen. Eine Animation fehlt an dieser Stelle allerdings. Schade!

Hat man jetzt genug Kot geschnüffelt, oder was auch immer der Jäger damit macht, geht es also auf die Pirsch. Und siehe da. Wir haben das Objekt unserer Begierde im Visier. Doch ohne das es uns sehen kann, sich nicht mal in unsere Richtung gedreht hat, haut es plötzlich ab. Warum das denn jetzt? Nicht vergessen. Es wittert unseren Geruch. Wir als Spieler kommen aus dem Norden angepirscht und dummerweise weht der Wind auch noch gen Süden. Das Tier hat uns also gewittert. An dieser Stelle ist es erwähnenswert, wie gut die KI der Tiere darauf reagiert. Übrigens könnt in der Karte gucken, aus welcher Richtung der Wind weht, damit ihr seitlich an das ganze Geschehen rankommt.

Vielleicht hätten wir uns an dieser Stelle mit dem Tierkot einreiben sollen, da dank unseren Deodorantgeruchs vom neuen Axe, die Tiere nun abgehauen sind. Und jetzt beginnt das Dilemma. Die Tiere sind aus dem Jagdgebiet abgehauen und die Spurensuche klappt jetzt überhaupt nicht mehr. Willkürlich schicken uns nun Spuren quer durch die weiten Flächen der Voralpenlandschaft. Also suchen wir jetzt blind nach Tieren, welchen den Anschein machen, nicht mehr zu spawnen. Leider ist genau das etwas frustrierend. Nach wenigen Missionen hat man den Dreh allerdings raus und das kommt nicht mehr vor.

Haben wir nach Ewigkeiten also wieder ein Tier im Visier, müssen wir uns genau entscheiden, wohin wir schießen. Herz, Lunge oder doch ins Hirn? Das dürft ihr entscheiden, allerdings bekommt ihr bei einem Schuss ins Hirn, die meisten Punkte, da das Tier darunter am wenigsten leiden muss. Verfehlt ihr allerdings einen Schuss und trifft keines der genannten anatomischen Körperortschaften, macht man als Spieler sogar Minuspunkte. Mit solchen Fehltreffern quält man das Tier und macht das Fleisch unverwendbar.

Hat man das Tier nun richtig getroffen, so kann man – und ja, man nennt es wirklich so – die Trophäe einsammeln. Es gibt aber auch da keine Animation. Das geschossene Tier verschwindet und man kommt zur Statistik, welche einem die Punkt gibt, Dabei ist eigentlich nur der Treffer wichtig und wie schnell ihr euer Objekt geschossen habt, da jede Mission ein Zeitlimit hat.

 

Unreal Engine 4, aber meh…

Die Unreal Engine sollte im Jahre 2018 jedem ein Begriff sein. Es ist eine Grafikengine, welche AAA-Titel (beliebteste Serien) wie Borderlands oder Fortnite befeuert, allerdings haben wir sie auch in Simulationen, wenn wir dabei nur an den Bus Simulator 18 oder den Fernbus Simulator denken. Auch diverse Rennsimulationen, wie Assetto Corsa oder MotoGP 18 werden grafisch mit Unreal Engine 4 dargestellt. Was ist nun das Problem daran? Simulationen sehen  in den meisten Fällen nicht sonderlich gut aus UE4-Gewand. So auch der Hunting Simulator. Er hat zwar immer wieder wunderschöne Momente, wie eben das Menü oder auch mal auf der Karte, allerdings sind sie nur sehr selten. Die Performance, zumindestens auf der PlayStation 4, ist auf 30 Frames per second begrenzt und ruckelt oft auch ziemlich heftig. Allerdings sind aber auch Texturen teils einfach hässlich. Die Pflanzen sind größtenteils 2D und auch skurril wirkende Shader kommen immer wieder vor. Aber für alle die jetzt abgeschreckt sind. Es ist absolut vertretbar.

Was denken wir also nun über den Hunting Simulator

Es ist ein Spiel, welches einen, wie wir finden, relativ soliden Einblick in die Welt des Jagens zeigt. Es ist positiv anzumerken, was Neopica alles bei der künstlichen Intelligenz bei Tieren beachtet hat. Auch wenn es definitiv noch einige Defizite bei der Jagd an sich gibt, wie das plötzliche verschwinden aller Tiere aus dem Gebiet. Dennoch hat das Spiel im Großen und Ganzen für einige witzige Spielstunden und Streams gesorgt. Man sollte eben auf die im Test benannten Defizite eingehen. Falls ein zweiter Teil erscheinen sollte, sind wir uns sicher, dass die Entwickler sich diesen Dingen antun.

Das Spiel wurde unser freundlicherweise von BigBen Interactive zur Verfügung gestellt. Im Anschluss findet ihr noch den SimCheck-Stream von Ralphy.

 

 

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