TT Isle of Man – Ride on the Edge

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BigBen und Kylotonn Games sind mittlerweile bekannt für realistische Rennspiele, wie z. B. die WRC-Reihe seit 2015. Allerdings begeben sich die französischen Entwickler erstmals im Simulatorbereich von vier auf zwei Räder. In TT Isle of Man führt es den Spieler auf die gleichnamige Insel und zu dem wahrscheinlich gefährlichsten Motorradrennen der Welt. Wir haben es für euch auf der PlayStation 4 getestet. Wie sich das Motorradrennspiel so gibt, erfahrt ihr in unserem Bericht auf simulator1.de.

Die Isle of Man Tourist Trophy ist ohne Frage eines der forderndsten Motorradrennen der Welt. Sie führt über enge, speziell für diesen Anlass gesperrte Straßen, die sich durch zahllose Kurven inmitten malerischer Dörfer und über so manchen Hügel winden. Die Fahrer jagen sie mit über 300 km/h entlang, verlieren bei Unebenheiten den Boden unter den Rädern und schleifen in den über 250 Kurven mehrmals an den Wänden entlang. Während ein MotoGP-Fahrer seine Rennen mit großer Sicherheit vorhersagen kann, ist das auf der Isle of Man nicht möglich. Auf der Isle of Man gibt es keine Kiesbetten geschweige denn Auslaufzonen für Unfälle. Mauern, Laternen, Böschungen und Felswände sowie Bäume sind die “Auslaufzonen” des gefährlichsten Rennens für Motorradfahrer. Da sollte es keinen wundern, warum Fahrer regelmäßig seit dem Bestehen des Spektakels ihr Leben verlieren. Nun gibt es auch ein offizielles Spiel zu dem Motorradrennen auf der kleinen Manx-Insel.

BigBen und Kylotonn Games versprechen uns eine vollständige und maßstabsgetreue Rennstrecke dank neuester Technologien. Dabei lag die Herausforderung bei der Anzeige aller Elemente und der Strecke und der Umgebung ohne das die Framerate darunter leidet. Laut BigBen lag das Hauptmerk ebenso auf einer einwandfreien Fahrphysik und Verhalten der Motorräder. Das Spiel ist zudem, laut Kylotonn Games, zusammen mit den bekanntesten Fahrern der Isle of Man TT entstanden. So sagte der 23-maliger Gewinner des Rennens John McGuinnes, dass das Gameplay erstaunlich sei und zweifelsohne einer der beeindruckendsten Motorradsimulationen sei, die er je gespielt habe. Ihn und sein Motorrad gibt es auf dem Cover des Spiels zusehen, welches für die PlayStation 4 und Xbox One bereits erschienen ist. Der PC-Release ist auf den 30. März diesen Jahres angesetzt.

DER KARRIEREMODUS  | Wie wir bereits wissen, entwickelt Kylotonn für ihre Spiele stets einen Karrieremodus. In dem offiziellen Spiel der World Rally Championship (2015 – 2017) hat dieser sich in den Jahren allerdings nur gering verändert. Das ist soweit auch nicht sonderlich tragisch, da der Karrieremodus dort durchaus solide ist. Auch in TT Isle of Man ist wieder ein ähnliches Modell dieser Herausforderung für den Spieler zu finden – allerdings ausgereifter als selbiger in der WRC-Reihe. Das könnte allerdings daran liegen, dass man keine Verträge bei irgendwelchen Teams annehmen kann und alles weitere Finanzielle automatisch geregelt wird, sondern erfährt der Motorradfan in Isle of Man auch ein kleines Wirtschaftssystem. Man erhält E-Mails mit den Finanzen, welche man tätigt. Darunter zählen z. B. der Kauf eines Motorrads, die Ausgaben für eine Rennteilnahme und natürlich auch der Verkauf eines Motorrad sowie die Einnahmen durch eventuell eingefahrene Siege. Dabei ist es übrigens sehr positiv, dass man sich über dieses E-Mail-System auch ein kleines Motorsportprogramm vorplanen kann. So wählt man ein Programm aus wenigen Rennen für die kommenden Monate aus, welche man dann nach und nach durchfahren kann. Dabei startet man im Herbst 2016 und fährt sich bis in das Jahr 2018 zur offiziellen Teilnahme am Isle of Man TT.

Anfangs kauft man sich ein Supersportmotorrad mit 500 bis 600 ccm-Motor. Man startet, wie soll es auch anders sein, mit einem Tutorial. Allerdings ist jenes auch wichtig – gerade bei der Steuerung von TT Isle of Man. Dazu später mehr. Hat man das Tutorial durch, startet man auch schon die ersten Rennen. Diese Rennen sind keinesweges klein, im Gegenteil. Mit vergleichsweise langsamen Motorrädern fährt man relativ schnell ewig lange Rennen auf Rundstrecken im ganzen britischen Raum. Das ist zwar eine gute Voraussetzung um später auf der Isle Of Man zu fahren, aber die Rennen ziehen sich teils schon etwas sehr lange. 5 Runden auf einem ewig langem Rundkurs sind nicht sonderlich fördernd, geschweige denn einfallsreich. Wenn man dann auch noch 3 Rennen hintereinander auf dem selben Kurs fahren muss, worauf ein Rennen bereits 10 Minuten dauert, ist das schon sehr Spielspaß raubend. Leider verdient man genau bei diesen Rennen auch am meisten Geld. Dabei machen die Fahrten auf dem offiziellen, und zudem wirklich existierenden Kurs, weitaus mehr Spaß. Dort fährt man während der Karrieremodus läuft immer wieder die Abschnitte einzeln durch und irgendwann werden diese Zusammengelegt, damit man sich auf die originale Fahrtlänge bereit machen kann. Allerdings geben genau diese Herausforderungen leider nur sehr wenig Pfund – die Ingame- und wirklich vor Ort existierende Währung von TT Isle of Man.

Viel bleibt auch schon nicht mehr. Irgendwann kauft man sich eben ein Superbike-Motorrad (1000 ccm), macht das gleiche, was man schon die ganze Zeit über macht und kommt letztendlich an den Punkt, an dem ihr euch selbst auf der rund 60 Kilometer langen Strecke beweisen müsst. Fertig.

Das finden wir schade, da dabei viel Potenzial verschwendet wurde. Gerade für die Vorbereitung auf das Hauptrennen, hätte man sich anstatt fiktive Rundkurse, auf andere ähnliche Events fixieren können. Diese müssten ja nicht mal real sein, allerdings wäre dadurch mehr Abwechslung geboten worden. Immerhin gibt es solche Motorradrennen überall auf der Welt. Auch in Deutschland oder oftmals auch in russischen Regionen.
Die Steuerung wurde von Kylotonn hoch angepriesen. Ob sich das bewahrheitet, haben wir natürlich auch auf Herz und Nieren getestet.

STEUERUNG | Schon im Tutorial merkt der Spieler schnell, dass man sich gerne mal einen bequemen Platz auf dem Asphalt sucht. Ernüchterung bei der Steuerung folgt also schnell. Die Motorräder fühlen sich schwammig an, viel zu schnell verliert man die Kontrolle über das Motorrad und kann kleinste Fehler nicht mehr korrigieren – man legt sich einfach sofort hin. Das bekommen andere Spiele aus der Branche weitaus besser hin. Milestone hat mit der Ride- und MotoGP-Reihe vorgemacht, wie man eine umfangreiche Steuerung auf Motorräder projiziert. Vielleicht sollte man die Labelkollegen diesbezüglich mal um Rat fragen. Kraftverteilung lässt sich bei Milestone sofort, während der Fahrt, einstellen und verbessern. Bei TT Isle of Man muss man allerdings ins Optionsmenü und dort umständlich herausfinden, wie jetzt die jeweilige Einstellung dort heißt. Sobald man das eingestellt hat, wird man nur sehr wenig Veränderung spüren.

ANIMATIONEN & KI | Auch die Animationen sind etwas skurril. Der Fahrer ist durchgehend am zittern. Das ist keinesweges real. Auch auf unebenen Bahnen hält sich der Fahrer in der Realität und auch in Milestone-Spielen relativ stramm auf dem Motorrad, während der ganze Korpus und vor allem der Kopf des Fahrers in TT Isle of Man ganz skurril am zittern ist. Die Physik des Fahrens ist etwas misslungen, da ein Fahrer sich auf dem Motorrad selbst bei kleinster Geschwindigkeit sehr stark in die Kurven lehnt. Selbst beim rückwärts schieben des Motorrads. Beim “Hinfallen” ändert sich dabei nicht viel. Rutscht man mal wieder bei wenigen gefahrenen Stundenkilometern über die Strecke, so versucht sich der Fahrer selbst beim Fall in die Kurve zu lehnen.

Natürlich kommt es bei der wahrscheinlich härtesten Herausforderung der Motorsportsimulationen auch auf die KI an. Und diese fährt, auch wenn sie nicht richtig ausbalanciert ist, relativ gut und macht sogar Fehler. Es gibt in TT Isle of Man zwei Varianten der Startmöglichkeit: Massenstart, wie bei einem Grand Prix, oder ein zeitversetzter Start, ähnlich einer Rallye. Während die KI bei einem Massenstart durchaus auf Mittel schwierig zu besiegen sein kann, ist diese bei einem zeitversetzten Start auf der gleichen Schwierigkeitsstufe schlichtweg langsam. Bei einem Massenstart kämpft man durchaus um Sekunden, während man bei der anderen Möglichkeiten Minuten vor dem zweiten liegen kann. Das ist relativ unrealistisch, da bei zeitversetztem Starten keine Fights mit einem Gegner entstehen können und man so automatisch schneller sein sollte.

Dennoch ist die KI ansonsten gut entwickelt. Sie achtet auf einen selbst, versucht keinesweges irgendwie einen selbst zu rammen und wenn doch, macht die KI auch einen Abflug. Aber auch ansonsten macht die KI Fahrfehler und fliegt plötzlich hin, wenn diese z. B. ein Curb (meist rot-weiße Streckenbegrenzung am Bahnrand) falsch anfährt. Es scheint auch so, als wäre das gewollt gewesen und nicht nur ein Fehler im Spiel. Das bringt oftmals lustige Momente.

STRECKENKURS | Kylotonn ist bekannt für umfangreiche und detaillierte Rallyestrecken. Ob die französischen Entwickler das auch bei einem Motorradrennspiel schaffen können? Ja! Alle mal.

Die Hauptstrecke – die Isle Of Man Tourist Trophy – ist unglaublich umfangreich bearbeitet worden. Keines der bekannten Details fehlt. Die Strecken sind an einigen Stellen wunderschön grün gehalten, als würde man durch ein dichtes Dickicht fahren, sämtliche Orte und bekannte Streckenteile sind einwandfrei ausgearbeitet und auch kleine Anzeigen mit den Namen der Teile sind vorhanden. Das gefällt uns besonders, da wir auch Dörfer beziehungsweise Städtenamen, Gedenksteine, an vor Ort gestorbene Fahrer, und Sehenswürdigkeiten aufmerksam gemacht werden. Solche Kleinigkeiten machen uns irgendwie glücklich.

Auch die fiktiven Rundkurse sind einwandfrei und detailreich ausgearbeitet worden. Leider kommen diese ja, wie bereits erwähnt, viel zu oft im Karrieremodus vor.

MOTORRÄDER | An bekannten Motorradmarken scheiterts im Spiel auch nicht. Von Kawasaki über Honda bis hin zu BMW-Motorrädern sind alle offiziellen Marken in TT Isle of Man vorhanden. Die Motorräder sind detailgetreu und einwandfrei modelliert.

SOUNDKULISSE | Kommen wir zu einem etwas schwierigen Thema. Gerade bei Spielen von Kylotonn Games ist besonders das Thema Soundkulisse etwas heikler. Wie uns die WRC-Reihe zeigt, hat Kylotonn kleine Probleme damit, einen guten Sound für ihre Fahrzeuge zu machen. In WRC 7 hörte sich lediglich der Porsche (Day One DLC) wirklich gut an.

Bei TT Isle of Man hören sich fast alle Motorräder relativ ähnlich an. Lediglich zwischen 500ccm und 1000ccm gibt es wirklich Unterschiede. Allerdings ist auch wieder, ähnlich wie im kürzliche getestetem Gravel, der Knalleffekt beim Schalten etwas komisch. Nicht bei allen Motorräder hört sich dieser wirklich gut an. Alles in allem hat das Spiel aber einen soliden Sound, der von außen auf jeden Fall gut ertragbar ist. Auch aus der Firstperson-Sicht hört sich der Klang gut an.

FAZIT | Zusammengefasst ist TT Isle of Man von BigBen Interactive und Kylotonn ein eher weniger befriedigendes Spiel. Leider. An einigen Ecken fehlt ein bisschen etwas. Gerade bei dem Karrieremodus wurde viel Potential dadurch verschenkt, dass es kaum Abwechslung gibt. Die Physik im Bereich des Fahrens und der nicht vermeidbaren Unfälle bei Kleinigkeiten allerdings, stört das Spielerlebnis emens. Wenn man gerade einige gute Runden gefahren ist und plötzlich einen Fehler macht, die Gegner überholen und man diese darauf auch nicht mehr einholen kann. Grafisch ist das Spiel auf fast aktuellem Stand – macht aber gerade durch detailgetreue Umgebung einen sehr schönen Anblick. Auch Lichteffekte und die Motorräder sind definitiv gelungen. Mit der Soundkulisse ist für Kylotonn Game eine gewisse Basis gelungen. Sie ist auf jeden Fall verbesserungswürdig, aber doch solide.

Die Steigungskurve nach oben und die Kritikfähigkeit seitens Kylotonn lässt aber einen Lichtblick für die Zukunft. Schon bei der WRC-Reihe achtete man genau darauf, was die Fans wollen. Selbiges können wir uns auch gut für Motorradrennspiele der französischen Entwicklerschmiede vorstellen. Ein zweiter Teil wäre sicherlich umfangreicher als die aktuelle Version des Spiels. Vielleicht bringen zusätzliche DLCs oder Updates ein wenig Umfang in den neuesten Ableger der Entwickler. Wir sind gespannt auf die Zukunft.

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